Sonntag, 5. April 2015

Auf ein Neues - wieder auf gen Süden...von Hamburg nach Le Puy en Velay


Gepäck vorbereitet und getestet, Route überlegt und geplant, und:
einen Pilgerpass besorgt! Am 8. oder 9. April (2015) starte ich wieder in Hamburg,
Richtung Süden..
Selbst das Übernachten in meinem kleinen 1-Personen-Zelt habe ich ausprobiert,
und es geht mit meinem gebrauchten Armee-Schlafsack und dem zusätzlichen
Biwak-Kälteschutz auch bei Temperaturen um 0 Grad.
Auf gehts!


















Ja, und dann ging es los. Mein Ziel: Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens. Denn ich will als Fahrradpilger den Jabobsweg bis zum Grab des Heiligen Jacobus fahren. Der "offizielle" Jacobsweg beginnt für mich in Frankreich in der Stadt Le Puy en Velay, bis dorthin habe ich mir selbst eine Route durch Deutschland und halb Frankreich überlegt. Danach wollte ich mich am Jacobsweg orientieren.
Und so fuhr ich los, zuerst an der B75 Richtung Süden, über Verden, Minden, am Weserradweg bis Vlotho; durch Ostwestfalen über Salzuflen, Oerlinghausen, Schloß Holte, Verl, Ostenland, Lippstadt, Soest, Arnsberg, Allendorf, Finnentrop-heggen, Attendorn, Olpe, Freudenberg; durch Rheinland-Pfalz über Betzdorf, Gebhardshain, Freilingen, Vallendar nach Koblenz.
Ein paar Berge und Höhen waren da schon dabei, die für mich als Bewohner des flachen Norddeutschlands nicht ohne waren. da wusste ich aber noch nichts von den Bergen in Frankreich und Spanien, die auf mich warteten.
Nach Koblenz an der schönen Mosel entlang, über Alf, Trier, Konz, anschließend an der Saar bis Saarbrücken.
Von dort hinüber nach France, über Dieuze, Rambervillers, Epinal, Bourbonne les Bains, Champlitte, Dijon, Beaune, Givry, Buxy, Taize, Cluny, Ste Cecile, Matour, Charlieux, Boen Marcilly, Montbrison, St. Rambert, Aurec, Bas-en-Basset, Retournac, La Voute nach Le Puy en Velay.
1700 Km von Hamburg nach Le Puy! Fast vier Wochen auf dem Rad. Anschließend gings mit der Bahn zurück nach Hamburg, denn ich brauchte eine Pause.

Manchmal schnurgerade Straßen in Frankreich

Porta Westfalica am Weserradweg
Im Siegerland geht es schon etwas bergan...
Und das ohne Helm...
Blick auf Betzdorf (ist schon Bundesland Rheinland-Pfalz)

An der Mosel

Weinanbau an der Mosel - ganz schön steil

Ansicht des Doms zu Trier - ein gewaltiges Gebäude









Mein erstes Quartier in Frankreich kurz vor Dieuze








Hobby-Schäfer in einem Dorf

Nach einer Nacht im Regen - mein Zelt war aber dicht

Außenwand der Kathedrale von Dijon

Weinanbau in der Bourgogne

Nochmal Bourgogne

Katzen im schönen Städtchen Buxy

Besuch in Taize

Auf einer Brücke über der schönen Loire

Landschaft im Loire-Tal







Sehr guter Fahrradweg an einem Kanal in Frankreich

Kathedrale von Le Puy en Velay



Maria mit Kind in Le Puy en Velay




Der TGV kann auch einige wenige Fahrräder mitnehmen


Schöner Wegweiser in Le Puy-en-Velay
























Die schwarze Madonna in der Kathredale von Le Puy









Mittwoch, 16. Juli 2014

In Hamburg unterwegs...an den Großensee (2)

Im Osten von Hamburg liegt der Großensee, ein schöner See mit sehr guter Wasserqualität,
im hügeligen südlichen Kreis Stormarn. Von Osten Hamburgs, also meinem Wohnort, aus,
ungefähr 20 Km entfernt. Bei schönem Sommerwetter eine angenehme Radtour.
Ja, das ist jetzt nicht gerade DAS Abenteuer, aber ich muss ja im Training bleiben, und
schwimmen im See ist auch sehr schön. Aber klar, so richtig angeben kann ich mit solchen
Ausflügen nicht. 

Zukünftiges Weizenbier

Am See

Sauberes Wasser

Weizenfelder mit Wald

Müde Pferde


































































Unterwassergeister
Wolken











Sonne und Strand - was will man mehr?


Die erste Blüte im Garten am 08.03.2015 - es wird Zeit, mal wieder loszufahren!

Sonntag, 13. Juli 2014

In Hamburg unterwegs...an die Elbe (1)

Nach meiner Tour in Frankreich ist bei mir die Luft erst einmal raus...
Auf dieser Reise habe ich meine (bisherigen) Grenzen überschritten, und anscheinend brauchte ich
danach eine Ruhephase. Im Moment plane ich keine weitere, wochenlange Reise, sondern fahre "nur"
in Hamburg und Umgebung umher. Was bei gutem Wetter, also Sonnenschein und blauer Himmel,
auch ganz schön sein kann.
Und so bin ich vorige Woche ein Stück die Elbe entlang gefahren, flußabwärts bis hinter Wedel.
Übrigens: die längeren Reisen sind nicht "gestorben", ich merke in mir drinnen etwas..., also:
da kommt noch was.
Aber erst einmal in Hamburg:
Die Bramfelder Chaussee herunter in Richtung Innenstadt, an Außen- und Binnenalster vorbei zum
Hafen, ab Landungsbrücken über Fischmarkt, Övelgönne, Blankenese, Wedel (ist schon Schleswig-
Holstein) bis zu einem schönen Elbstrand. Ja, so etwas gibt es - einen schönen natürlichen Strand
an der Elbe. Zurück fuhr ich mit der S-Bahn von Wedel bis zum Hauptbahnhof, von dort mit dem
Rad über Wandsbek in meinen Kleingarten nach Tonndorf. 
So eine kleine Tour ist mit tagelangen Fahrten im Ausland sicher nicht zu vergleichen, aber wie heißt
es so schön: "Wer den Pfennig nicht ehrt...", oder auch: "Immer in Übung bleiben".

Bramfelder Chaussee

Blick über die Aussenalster










Binnenalster


Museums-U-Boot am Fischmarkt












 
Containerumschlag


Begegnung an der Elbe

Elbstrand bei den Strommasten hinter Wedel
Am Deich

Ausruhen im Kleingarten

Nachts im Kleingarten



































Dienstag, 13. Mai 2014

Von Hamburg nach Portugal - die dritte (c - von La Voulte sur Rhone nach Montpellier) Etappe ...

Am 7.5. verliess ich kurz hinter La Voult sur Rhone die Strasse parallel zur Rhone, ich fuhr zur Stadt
Privas, Richtung Westen. Von Privas aus wollte ich nach Aubenas fahren. Auf meiner Karte
sah die Entfernung nicht so gewaltig aus, was ich nicht sah, waren die Höhenmeter. In Privas selbst
ging es schon gut bergan, und danach nur noch. Meine Hoffnung, die Strasse würde im Tal verlaufen,
erfüllte sich nicht. Es ging über einen Bergpass nach Aubenas. Zwei Stunden nur bergan, im kleinen
Gang oder mit geschobenem Rad bis auf 787 Meter Passhöhe. Da ich morgens direkt an der Rhone
startete, und diese sicher nicht mehr als 87 Meter Gefälle bis zum Mittelmeer hat, habe ich an diesem
Tag über 700 Höhenmeter mit meinem schweren Fahrrad bewältigt. Hechelnd und schweissnass
erreichte ich irgendwann den Pass. Eine unglaubliche Anstrengung, die ich wohl nur mit halbausgeschaltetem Verstand ertragen konnte. Nachts im Hotel in Uzer konnte ich lange nicht einschlafen, mein Körper
konnte sich nach dieser Tortur nur langsam beruhigen.
Die Abfahrt vom Pass nach Aubenas war da schon anders, kilometerweit ohne in die Pedale zu treten.
Von Aubenas aus gings südwestlich Richtung Largantiere, bis zum kleinen Ort Uzer. Hier hatte ich mir
am Abend zuvor über booking.com ein Hotelzimmer reserviert, um endlich einmal ein sicheres Quartier
ohne nachmittägliche Suche zu haben.

Über die Stadt Ales und Ledignan gings am Donnerstag, den 8.5., weiter gen Süden, gen Mittelmeer.
Dieser Tag ist in Frankreich ein Feiertag, der Tag des Sieges, Victoire 1945. Supermärkte hatten
geschlossen, in Ales gönnte ich mir in einem Imbiss ein Panini mit tres fromages.
Die Erinnerungskultur, die Beziehung zu den Weltkriegen, ist in Frankreich etwas völlig anderes als in
Deutschland. Das direkt in den französischen Orten zu sehen ist sehr interessant. Da sieht man ein
gepflegtes mit Fahnen geschmücktes Denkmal für ermordete Widerstandskämpfer oder für die
Soldaten des 1. Weltkrieges, La Grande Guerre. Für die Franzosen ist alles viel unkomplizierter,
das sie auf der richtigen Seite standen. Da wird einem der Wahnsinn des Nationalsozialismus wieder bewusst.  

Die Suche nach einem Quartier an der Landstrasse nach Montpellier gestaltete sich mal wieder
schwierig. Kein Zeltplatz in Sicht, in Chambres d' Hotes in den kleinen Orten an der Strasse alles
"complet". In einem kleinen Dorf fragte ich den Wirt, der gleichzeitig Bauer war, ob er nicht ein
"Emergency Quarter" für mich hätte. Er sah mein Gepäck, fragte mich "Do you have a tent?" und
erlaubte mir dann, auf seinem Grundstück, ca. 100m von seinem Haus entfernt, zu zelten.
Das war super. Damit hatte ich ein schönes Quartier im Grünen, Wasser bekam ich auch noch
von der Familie.
Das jahrhundertealte Bauerhaus war toprenoviert, innen sehr modern eingerichtet, wie ich am
nächsten Morgen sah. Sie bauen Wein und Getreide an und betreiben das Bed&Breakfast.
Alles sehr idyllisch, fast paradiesisch. Am nächsten Morgen bekam ich noch einen Kaffee und
ein Croissant spendiert.
Ja, sehr nette, freundliche Menschen.

Am 9.5. gings nach Montpellier, im Zentrum steuerte ich die Tourismus-Zentrale an und liess mir ein
günstiges Hotelzimmer etwas ausserhalb vermitteln. Es war sehr heiss, ich hatte schon einen leichten
Sonnenbrand, mein Lippen-Herpes meldete sich dank heisser Sonne und Stress wieder, und meine
Moral war auf dem absoluten Tiefpunkt. Am schlimmsten war das Heimweh, die Sehnsucht nach
Zuhaus. Bei dieser Hitze die notwendigen täglichen Kilometer abzureißen, konnte ich mir nicht vorstellen.
Und jeden Tag die Sorge um eine Unterkunft oder einen Zeltplatz....Und es gab ja keine separaten Fahrradwege, ich musste ständig auf Strassen fahren, auf denen mich ständig Autos überholten...und den ganzen Tag allein...mit niemanden kann man richtig reden...
Nachts im Hotel konnte ich vor lauter Unruhe nicht einschlafen. Ich entschied mich, aufzugeben.
Am nächsten Morgen wollte ich zum Bahnhof, zum Gare, fahren, und mir eine Fahrkarte nach
Deutschland kaufen. Und nach dieser Entscheidung konnte ich mich endlich entspannen und einschlafen.
Es ist hart, allein mit dem Fahrrad durch ein fremdes Land zu reisen. Vielleicht fehlte mir auch noch Erfahrung. Aber die habe ich ja jetzt. Immerhin habe ich in Deutschland von Nord nach Süd gut
1000 Km abgeradelt, und in Frankreich von Breisach nach Montpellier gut 900 Km. Das reicht!
Erst einmal.

Das war meine Reise von Hamburg nach Portugal, die bis Montpellier ging. Ich habe viel gesehen.
Viele Dörfer, viele Boulangeries, viele schöne Landschaften, bin in großen Städten wie Lyon, Dijon,
Avignon und Montpellier mit dem Fahrrad herumgefahren. Eine tolle, schöne Erfahrung. Die mir bei
meiner nächsten Reise sicher nützen wird.  
Von La Voulte sur Rhone nach Montpellier


Schöne Ardeche

Blick auf Privas
Pause in Privas
Denkmal für ermordete Resistance-Kämpfer in Privas


Blick vom Pass auf die Ausläufer der Alpen

Von der Rhone bis 787 Meter - mit dem Fahrrad!


Idyllische Ardeche

Das Languedoc ist bekannt für guten Wein

Nicht so ganz idyllische Ansicht in Ales

Oft sehr klares Wasser in den Flüssen

Weinfelder über Weinfelder

Zelten beim Bauern

Hier lässt es sich leben

In Montpellier auf dem zentralem Platz

Montpellier, zentraler Platz

Strasse in Montpellier

Gefräßige Monster im Gare von Montpellier

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Alte Cafe-Tradition in Montpellier







Dijon - leider nicht meine Unterkunft
Fussgängerzone in Dijon